04.02.2001

Temperatur um den Gefrierpunkt, Schneeregen, Dunkelheit. Das Flugzeug kann noch nicht los, da die Tragflächen erst enteist werden müssen. Endlich schieben uns die 4 Triebwerke der Boing 757 in den Himmel. Die mächtige Beschleunigung beim Start ist immer wieder beeindruckend. Es ist ein billiger LTU Flug und eine billige Pauschalreise. Hätten wir nie gedacht, dass wir diese Art von Massentourismus jemals mitmachen. Und dann auch noch Mallorca, die deutscheste aller Ferieninseln, unheilbar belastet mit den gruseligsten Vorurteilen. Hierhin kommen die unangenehmsten aller Deutschen und lassen jeglichen Rest von Würde und Anstand im Flugzeug zurück. Ballermann. Natürlich liegt uns nichts ferner als das. Unser Reiseführer beschreibt eine wunderschöne Insel mit bezaubernden Landschaften und voller Kultur. Immerhin nutzniessen wir von dem Massentourismus, die ganze Reise ist unschlagbar billig.

Nach knapp 2 Stunden beginnt bereits der Sinkflug. Als wir aus denn endlosen Gängen des riesigen Flughafenterminals endlich nach draussen kommen, steigen Glücksgefühle in uns auf. In lauer Nacht stehen wir zwischen Palmen, eine milde Brise umweht uns.Auf der Busfahrt zum Hotel könne wir uns einen Eindruck von dem Ort machen, in dem wir untergebracht sind. Peguera ist eine hundertprozentige Touristensiedlung, Bars und Geschäfte mit deutschen Namen säumen die verwinkelten Strassen, die von der Flaniermeile am Strand die Hügel hinaufführen, wo die Hotels stehen. Viele Geschäfte sind noch geschlossen, die Atmosphäre ist angenehm ruhig. Unser Hotel ist ganz schön, das Zimmer klein, aber gemütlich. Wir sitzen bis spät auf dem kleinen Balkon und feiern unseren ersten Frühlingstag des Jahres.