29.12.2000 Eisenbahntag (ächz). Mit unseren Astralkörpern auf die ergodynamischen Gefährte geschwungen und bei extremen Eiskaltwind direkt von vorn strampelten wir uns im 1.Gang Schweissperlen auf die Stirn, die dort sofort gefroren. Getoppt wurde das Ganze durch den Anblick von gleich ZWEI (in Worten: 2) entzückenden Inselbahnen - eine im Bahnhof, eine fuhr gerade darauf zu . Als ich mich in den Anblick der direkt an der Wasserlinie fahrenden Kinderbuchbahn versenken wollte, wurde ich von einem anderen Eisenbahnfan grob zur Seite geschubst, weil ich den besseren Aussichtspunkt hatte. Frustriert blieb mir nichts, als mich der Natur zuzuwenden. Melancholisch stapfte ich zwischen Sandwolken herum, blickte auf das grausige, aufgewühlte Meer, dessen Gischt von der Sonne grellweiss vor dem schwarzen Himmel leuchtete. Thorsten war von dem Bahnhof nicht wegzulocken, also machte ich allein auf den Weg ins ungewisse Inselinnere. Als ich mir auf den Dünen eine Orientierung verschaffen wollte, musste ich feststellen, dass das Abkommen vom Weg streng verboten war und dieses mit mehrschichtigen Stacheldrahtzäunen und Holzpalisaden betont wurde. Völlig hilf-und orientieungslos war ich den Tränen nahe, als endlich mein Wikinger auf seinem Stahlross am Horizont auftauchte und mir heimleuchtete. | ![]() | |||
Der Weg zurück war ohne einen Tritt in die Pedale bequemes Reisefeeling. In einer verloren wirkenden Kneipe weit weg von der Zivilastion wärmten wir uns bei einem Kakao mit sehr viel Rum die Glieder. Mit den besten Wünschen für gute Weiterreise wurden wir von den Wirtsleuten verabschiedet. Daheim wendeten wir uns wieder der Pflege der Merowinger zu. Erstaunlich, wie schnell sie in unseren Köpfen wachsen und sich verständlich machen. Das abendliche Kinoprogramm versprach eine Potenzierung dieser Küstenstimmung: STURMFLUT! buhu. Fingernageltötende Spannung entpuppte sich bald als Werbefilm des NDR 3 mit entsetzlich menschelndem Sprecher, einer hahnebüchenden Dramarturgie, seichten Naturaufnahmen. Lauthals pöbelnd verliessen wir vorzeitig den Saal. Hungrig suchten wir danach eines der zahlreichen Restaurants mit landestypischem Dekor auf, assen Seemannspampe und Schwein an Bratkartoffeln. Danach zwitscherten wir uns einen in einer recht jugendlichen Kneipe. | ||||