| 21.07.98 - am Verdun Einvernehmlich beschließen wir, einen Tag an diesem wunderschönen Ort zu verweilen, bevor wir weiter nach Norden ziehen. Wir nehmen die Jawa und gondeln gemütlich die kurvige Uferstraße entlang zum Strand am Stausee. Es ist noch recht früh und es ist wenig los. An einer kleinen Bude kann man Boote mieten - sofort sind wir dabei. Mit einem schnittigen Tretboot gleiten wir auf den türkisblauen See hinaus, strampeln an den steilen Felsenufern entlang, unter einer Straßenbrücke hindurch. Es ist traumhaft. Anja ist von der klaren Kühle so angezogen, daß sie es sich nicht nehmen läßt, in der Mitte des Sees vom Boot aus ein Bad im doch angenehm warmen Wasser zu nehmen. Ein bezaubernder Anblick: in leuchtend orangem Bikini gleitet sie durch das intensive Türkis. Unter ihr wohl einige hundert Meter Tiefe. Später kreuzen wir noch in eine Felsbucht hinein und machen dort Bekanntschaft mit den Tücken der Winde auf einem Bergsee. Immer wieder werden wir in die Bucht getrieben, kommen nicht wieder aufs offene Wasser hinaus. Dazu ist das Tretboot sehr schlecht zu manövrieren, uns wird fast sowas wie mulmig. Schließlich können wir uns befreien, indem wir uns an den Felsen abstoßen. Wir sind froh, daß uns keiner bei dem kleinen Malheur gesehen hat. Immerhin zwei waschechte Küstenbewohner im Tretboot in Seenot...! Einige Stellen, die wir vom Boot aus entdeckt hatten, erkunden wir nach der Seefahrt mit dem Motorrad. Über eine klitzekleine Straße tuckern wir kurzhosig durch wilde Landschaft unter brütender Sonne auf einen der Berge, die das Ufer des Sees bilden. Oben steht eine kleine mittelalterliche Kapelle. Knirschend läßt sich sogar die Tür öffnen. Drinnen ist es etwas unordentlich, jedoch scheint die Kapelle von Gläubigen immer noch benutzt zu werden. Etwas Unheimliches hat sie indes schon. Auf dem Gipfel des Berges stehen drei Heiligenstatuen, den Blick auf den unten leuchtenden See gerichtet. Ein etwas spukiger Ort. Danach fahren wir noch einmal nach Castellane. Eine uralte Stadt, die bereits im 8. Jh. erwähnt wird: enge, verwinkelte Gassen, schräge Häuser, Torbögen, eine kleine Kirche, an der alle Baustile der letzen 1000 Jahre zu finden sind. Oben auf einem Berg eine weitere Kapelle, die zentral über der Stadt thront. In den Straßen herrscht geschäftiges Treiben und Tourismus. In einem schmucken Straßencafe nehmen wir einen leckeren Cappucino zu uns und lassen einfach die Zeit vergehen. Wir müssen noch Einiges besorgen und besuchen noch einmal das riesige Einkaufszentrum vor den Toren der Stadt. Neben sauteurem Motoröl (umgerechnet DM 30,- für einen Liter!), Proviant und anderem Kram nehmen wir uns zur Feier des Tages ein mit Kräutern der Provence gewürztes, köstliches, heißes Grillhähnchen mit zum Zeltplatz. Mit einigen entspannten Bieren lassen wir den Supertag enden. | | |