| 24.07.98 - Toblerone An eben diesem Gewässer nehmen wir auch unser Frühstück zu uns, Pain au Chocolat und Kaffee, was sonst. Gestärkt und wohlgelaunt geht es wieder auf große Fahrt. Nach einigen Kilometern Strecke zweigt rechts das Tal nach Sass Fee und Zermatt ab. Ich will es mir nicht nehmen lassen, auch die schweizer Alpen-Highlights zu besichtigen. Besonders das Matterhorn will ich mir nicht entgehen lassen. Wir finden das, was wir erwartet hatten: Hardcore - Tourismus. In Saas Fee werden wir in ein ultracleanes Parkhaus gezwungen, alles ist durch Schilder verboten, letztlich laufen wir ein bißchen in dem Dorf herum, vom Matterhorn keine Spur. Wir hauen wieder ab. Ein Seitental führt nach Zermatt. Ein Paar Kilometer zuvor ist jedoch die Straße gesperrt und wir müssen mit einer Zahnradbahn weiter fahren. Ein teures, allerdings interessantes Vergnügen. In Zermatt treten sich die Touristen auf die Füße. Wir treiben in dem breiten Strom von knipsenden Japanern und fetten Deutschen. Eine extrem kitschige Touristenhölle. Na ja, wir sind ja immerhin auch dabei... Und dann ist es plötzlich zu sehen: Gewaltig steht der Toblerone - Berg vor uns, die Spitze in zartes Gewölk gehüllt. Die haben das Ding tatsächlich so aufgebaut, daß man es nur von diesem peinlichen Ort aus sehen kann! Seine ganze Existenz verdankt diese Stadt diesem Blick auf den wohl schönsten Berg der Alpen. Ich mache mir einen Spaß daraus, den Gipfel einmal als wunderschönes Postkartenmotiv zu fotografieren und einmal mit den Menschenmassen, Baukränen und Tourinepp im Vordergrund. Nach sehr langer Überlegung entschließen wir uns, einen immensen Haufen Geld für eine Seilbahnfahrt auf das "kleine Matterhorn", den Nachbarberg des Matterhorns, locker zu machen. Bis auf 3900m soll es hoch gehen. Eine Höhe, in die wir uns noch nie zuvor begeben haben. Ein Blick auf 29 Berge über 4000m wird versprochen. Wir werden nicht enttäuscht. Mehrmals müssen wir umsteigen. Zunächst in einer wackeligen 4 Personen Kabine, später in mehreren Großraumseilbahnen lassen wir uns in den Himmel hinaufziehen. Hunderte Meter schauen wir mit etwas weichen Knien aus dem Fenster senkrecht nach unten. Hier wächst nichts mehr. Nur rauhe Felsen, Getscherspalten, Geröllfelder sind zu sehen. Ganz oben: ewiges Eis. Es ist das größte Sommerskigebiet der Alpen. Trotzdem sind kaum Skifahrer unterwegs. | | | |