28.07.98 - Luxemburg, das undentdeckte Land

Morgens wieder wolkenverhangener Himmel, diffuses Hellgrau, trocken. Wir müssen noch Geld wechseln, denken wir und gehen zur Bank. In Luxemburg wird übrigens belgisches Geld verwendet. An der Tankstelle am Ortsausgang merken wir, daß es komplett überflüssig war. Durch die niedrigen Benzinpreise findet in Grenznähe nämlich ein ausgiebiger Tanktourismus statt. Man kann ohne Probleme deutsch zahlen und sprechen. Sämtliche Schilder sind auf deutsch ausgeführt. Nun machen wir uns auf, dieses unbekannte Land mitten in Europa zu erkunden. Alles wirkt klein und überschaubar. Durch kleine Wohndörfer ohne erkennbare Landwirtschaft kurven wir über flache Hügel in Richtung Nordwesten. Die Ortsnamen hören sich teils deutsch, teils flämisch oder holländisch an. Die Amtssprache ist jedoch französisch. Weiter im Norden nehmen die Hügel mittelgebirgsartige Züge an. Wir fahren die auf der Karte grün gekennzeichneten Strecken. In der Tat kommen wir durch herrliche Landschaften. Grüne, wilde Täler, reizende kleine Städte, hier und da mal eine alte Burg auf einem Berg. Je weiter wir nach Norden kommen, um so gebirgiger wird es. Überrascht kurven wir wirklich ernstzunehmende Serpentinen hinauf. Amüsiert machen wir eine kleine Pause auf einem "Paß", machen das Foto, rauchen Eine. Bis zur belgischen Grenze fahren wir durch diesen wunderschönen Landstrich. Noch einmal wird das billige Benzin getankt, dann sind wir in Belgien.

Am Himmel ist es wieder trübe geworden. Alles sieht grau aus. Es ist kalt. Auch Belgien ist mehrsprachig. Hier, im zu Deutschland grenznahen Gebiet, scheint Deutsch die Umgangssprache zu sein. Nur wenige Kilometer westlich liegt die Grenze zum französischen Sprachbereich. Natürlich kehren wir in einer der weltberühmten belgischen Pommesbuden ein und hauen uns so richtig den Bauch voll. Die Fritten werden auf spezielle Weise in mehreren Frittiervorgängen zubereitet, dazu gibt es eine Auswahl an köstlichen Saucen. Sie schmecken hervorragend. Auf einem unscheinbaren Landcampingplatz zelten wir zwischen hohen Tannenhecken. Uns fällt unangenehm auf, wie kalt und ungemütlich es wird, je weiter wir nach Nordgermanien vordringen. Genauer gesagt: Es ist schweinekalt. Wir kehren am Abend in die kleine Bar auf dem Campingplatz ein, reden ein wenig mit dem Barkeeper und denken wehmütig an die Cote d´Azur. Nur ein paar Tage ist es her und doch erscheint es uns wie auf einem anderen Kontinent. Völlig betrunken torkeln wir ins Zelt.