| 17.07.98 - Cote d´azur Mit dröhnenden Schädeln unter heißer Mittagssonne bauen wir ohne Frühstück unser Zelt ab. Wir fahren weiter nach Westen. Durch volle Touristenstädte aber auch schöne Landstriche fahren wir bis St. Tropez. Im wilden Hinterland des Nobelortes speisen wir in einem skurrilen Imbiß: In einem afrikanisch anmutenden, halboffenen Bambusverschlag bekommen wir von drei herzigen Damen vom Grill ein deftiges Steak samt dazugehörigen Nachtisch serviert: ein Pfirsich. Wieder an der Küste, kämpfen wir uns durch überfüllte Badeorte voran, fahren nur noch im T - Shirt. Hinter Le Lavandou suchen wir uns einen der zahlreichen Campingplätze aus. Auf einem Hügel gelegen bauen wir unter Pinien unser Lager auf. Über Schatten kann man hier dankbar sein, denn die Sonne steht den ganzen Tag steil am Himmel und brennt unbarmherzig. Obwohl wir uns immer wieder mit Sonnenöl einreiben, macht sich der Sonnenbrand bereits bemerkbar. Abends schnappen wir uns noch mal die Jawa und kundschaften leichtbekleidet und endlich einmal ohne Gepäck die Gegend aus. Nach einer längeren Fahrt durch wilde Pinienwälder finden wir hinter einem kleinen Gebirgszug ein traumhaftes Fleckchen Strand. Nicht das typische Bild überquellender, lauter Touristenstrände, sondern anscheinend eher so etwas wie ein Geheimtip der Einheimischen. Eingerahmt von Felsen eine schöne Bucht, davor liegt eine kleine Insel mit einer alten Burg aus napoleonischer Zeit. Wir beschließen, morgen wieder hierher zu kommen und einen Tag am Meer zu verbringen. Mit der Dämmerung kehren wir zum Campingplatz zurück und beschließen den heißen Tag mit einer frisch abgefüllten Flasche Rosé vom Weinhändler, der auf dem Gelände seinen Laden hat. Vom Nachbarcampingplatz hören wir dumpf die Musik der Partyband herüberschallen, die dort die gelangweilten Camper animieren soll. Wir sind froh, unsere Ruhe zu haben. | | |
| 18.07.98 - Badetag Nach einem ausgedehnten Frühstück mit Päng au Chocolat und Kaffee - immerhin ist dies unser erster Aufenthalt, bei dem wir nicht am nächsten Morgen schon wieder weiterreisen - fahren wir leichtbekleidet zu unserem Strand. Es ist doch merklich voller als gestern abend, aber immer noch sympathisch. Ich kann es nicht erwarten, das erste Mal im Mittelmeer zu baden. Welch ein Genuß! Glasklar das Wasser und schön warm. Dabei ist die Sonne so heiß, daß man sich nach dem Bad gar nicht abtrocknen braucht. Faul lassen wir die Zeit vergehen, ab und zu schippern wir bäuchlings auf unseren Luftmatratzen liegend in der Bucht herum, beobachten Jetskifahrer oder dösen einfach in der Sonne vor uns hin. Ich hole die in den Bergen gekauften Ansichtskarten heraus und schreibe ein paar Grüße in den kalten, grauen Norden. Wir wollen nie wieder zurück. Der Abend vor dem Zelt ist genauso relaxed wie der ganze Tag. Wir essen Baguette mit leckerem Käse, sinnieren über das merkwürdige Zirpverhalten der Zikaden, die Ameisen, die den Boden zu Millionen bevölkern, die Trockenheit und die Armut an Fluginsekten, die wir hier gar nicht vermutet hätten. | | |