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23.04.03 Um 9:30 Uhr gebe ich den Roller bei dem Mechaniker des kleinen Rollershops auf dem Lande ab und bekomme einen Daelim Otello als Leihfahrzeug in die Hand gedrückt. Mit diesem mache ich mich auf, um Bamberg von seiner schönen Seite kennen zu lernen und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Ich parke den Hobel beim alten Rathaus, dass mitten in die Regnitz gebaut ist, den Fluss, der Bamberg früher in Bischofs- und Bürgerstadt unterteilte. Der berühmte romanische Dom ist beeindruckend und enthält viele Statuen, die in jedem Geschichtsbuch zu sehen sind. In dieser Kirche haben ausserdem ein Papst und Kaiser Heinrich II ihre letzte Ruhestätte gefunden. Ich wandere durch die Altstadt, schaue mir die alten Bauten an und gegen Mittag starte ich den Leihroller und fahre zurück, um den Benelli wieder abzuholen. Der Umstieg von dem Otello auf den 250er Velvet macht klar, das dieser doch in einer ganz anderen Liga spielt. Der Daelim wirkt dagegen wie ein farbloses Nutzfahrzeug. Das Ziel für heute hatte ich bereits festgelegt: Raus aus Bayern, hin nach Thüringen. Zuvor sollte jedoch noch im Reiseführer als eine der schönsten deutschen Landschaften beschriebene Fränkische Scweiz unter die Räder genommen werden. Die Hauptstrasse südlich nach Forchheim ist wieder mal voll mit LKWs. In Forchheim soll sich eine Karolingische Pfalz befunden haben, die ich noch sehen will. Die Pfalz ist jedoch eine einzige Baustelle und nicht zu besichtigen. Die Fränkische Schweiz zeichnet sich durch besonders stark befahrene Strassen aus an diesem Tag. Ich bin offenbar besonders gern auf Strassen unterwegs, die auch bei LKW Fahrern beliebt sind. Entweder kriechen sie im Schneckentempo durch die schönen Täler vor einem her, oder drängeln in Form von Kleintransportern bei wahnsinnigem Tempo von hinten. Die Bäume auf den Bergen hier sind mit ihren Blättern vergleichsweise spät dran. Der Laubwald ist noch winterstruppig. Ich verlasse Franken nordöstlich in Richtung Kulmbach, Kronach. Von Nord weht mir ein kalter Wind entgegen, beim Picknick muss ich meine Jacke anbehalten. Wenn das Wetter so bleibt, erwäge ich, statt zu zelten, lieber ein Zimmer irgendwo im Thüringischen Wald zu nehmen. Auf der B 4 fahre ich in durch den Wald, als ich plötzlich an einem Stausee am Ufer einen Campingplatz entdecke. Obwohl ich ahne, dass es kalt werden könnte, kann ich nicht widerstehen, hier mein Zelt aufzuschlagen. Fast allein auf der riesigen Zeltwiese am Ufer, eine Freizeitanlage aus DDR Zeiten, lasse ich die Sonne über dem See untergehen. Die Nacht wird bitter kalt. Mit allem was ich anzuziehen habe, kauere ich in meinem Schlafsack und bibbere dem Ende der Nacht entgegen. Anja schreibt, in Indien sind 35 Grad.
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